Um­den­ken in Schu­le und Ge­sell­schaft

Eine faire Chan­ce dem Dia­lekt

Die Sprache, die wir im Elternhaus mitkommen, prägt. So bleibt der amtierende bayerische Ministerpräsident wohl zeit seines Lebens sprachlich ein Franke, Klaus Augentaler dagegen unüberhörbar ein Niederbayer. Und so darf, soll es auch sein. Zu diesem Ergebnis kommen wir bei Radio AWN nach dem Themenschwerpunkt „Dialekt“. Bekräftig haben uns in dieser Position u. a. der Schriftsteller Harald Grill, der als Studiogast über seine Sprachverwirrungen als Kind berichtete. Oder der Straubinger Kabarettist und Liedermacher Thomas Mayer, alias Vogelmayer.
 
 
Dialekt ist Identitätsträger, lässt sich nicht einfach wegradieren. So wollte der Vater Harald Grill ihn ins Hochdeutsche zwingen. Nach dem Umzug von Straubing nach Regensburg bekam jedoch der Bub Probleme, er hat aufgrund der Sprachverwirrungen einfach überhaupt nicht mehr geredet. Grill blieb das Lesen, die komplette Pfarrbücherei hatte er am Ende seiner Jugend durch.
 
Als er seine spätere Ehefrau, die Dialekt sprach, kennenlernte, wirkte die für ihn nach eigenen Worten wie ein Befreiungsschlag. Die über Jahre angestauten Wörter hatten freien Lauf. Harald Grill hat auch im Ausland festgestellt, dass der Dialekt ihn im Alltag weitergebracht hat. Manche Prosa oder Lyrik brauche den Dialekt für die Unmittelbarkeit.