Pol­der – Klau­sur – Empfang

Alles Freie Wäh­ler – oder was?

Andere Zeiten, keine „Alleinherrschaft“ der CSU mehr! Apfelsaft ist salonfähig, nach unserer Kenntnis jedoch noch nicht Pflichtgetränk bei Staatsempfängen. Und die Freien Wähler treten als Regierungsfraktion derzeit im Herzen Niederbayerns selbstbewusster denn je auf. Die FW-Landtagsfraktion hält ihre Fraktionsklausur in Straubing ab. Der Fraktionsvorsitzende Florian Streibl gab als Studiogast im AWN Radiowecker das eher schmunzelnd gemeinte Bekenntnis ab, dass er als Oberammergauer in der FW-Gemeinschaft unterschiedlicher Positionen und Gemüter durchaus auf Rosenkranz und Feuerlöscher als „Hilfsmittel“ setze, um möglichst Geschlossenheit zu erreichen.
 
Von ganz anderer Entflammbarkeit zeigte sich der Parteichef, Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger als Redner beim traditionellen Neujahrsempfang der Jungen Unternehmer. Es gab standing ovations – in erster Linie, weil im Rittersaal des Straubinger Schlosses nur wenige Reihen bestuhlt waren, die Masse der Gäste musste zwangsläufig stehen.
 
Und die Diskussionen und Irritationen zur Thematik „Flutpolder“ wollen nicht abreißen. Der durch Aiwanger postulierte Verzicht auf einige dieser gigantischen natürlichen Rückhaltebecken in der Region Neuburg und Regensburg, bleibt insbesondere an der niederbayerischen Donau ein Reizthema. Nahezu jeden Tag trommelt eine Seite, warum man sie eben zur Eindämmung massiver Hochwässer nicht oder sie unbedingt brauche. 
 
Die Kommunen im unteren Lauf der Donau sehen sich mit ihren Befürchtungen unverstanden. Die eigentlich als beschwichtigende Redensart „schwoam masobi“bekommt angesichts dieser Thematik jedenfalls eine prekäre Perspektive.